wohninsider April-Mai 2024

02. 2024 | April/Mai | wohninsider.at 43 KÜCHE nur wachsen, indem man Marktanteile gewinnt. „Dazu muss ich meine Zielgruppe genau kennen. Wer ist das genau? Was brauchen die? Was wollen die?“ Aus der Sicht des BRANCHENRADAR-Chefs könnten Studios dabei etwa auf kleinere Küchen fokussieren, die im mehrgeschoßigen Wohnbau üblich sind. Kreutzer weiter: „Ich warne aber davor, den Bauchladen einfach breiter zu machen. Um etwa eine repräsentative Polstermöbel-Austellung zu haben, brauche es schon mal zumindest 1.000 m2 an Fläche...“ Ähnlich ist die Situation bei Ess- oder Badezimmern. Sinnvoller sei es hingegen, z.B. Schrankräume in den Fokus zu stellen, „denn da kommt es auf die Intelligenz der Planung und die Kreativität der Hänge- und Legevorrichtungen an. Und man kann auf vier Laufmetern das ganze Sortiment darstellen und sich mit seiner Kompetenz profilieren.“ Millionenschwerer Markt Ein weiterer Ansatz: Das Küchenstudio so interessant zu gestalten, dass Kunden öfter mal hinschauen – etwa mit dem Sortiment Glas, Porzellan und Kochgeschirr. Kreutzer: „Das braucht relativ wenig Platz, passt genau zum Thema, ist zugleich Dekoration und könnte ein tolles Nebengeschäft sein.“ Auch hier hat Kreutzer aussagekräftige und überzeugende Zahlen parat: „Der Markt mit Geschirr, Porzellan und Keramik ist ein millionenschwerer. Allein im Jahr 2022 (die aktuellen Zahlen für das Jahr 2023 erscheinen in Kürze) wurde Glas und Porzellan für 300 Mio. Euro, Kochgeschirr für 110 Mio. Euro und Besteck und Schneidewaren im Wert von 40 Mio. Euro hierzulande umgesetzt, das ergibt in Summe ein Marktvolumen von etwa 450 Mio. Euro(!).“ Zum Vergleich: Im Jahr 2023 kauften Küchenstudios Küchenmöbel im Wert von 165 Mio. Euro ein, das ergibt mit Geräten, Spülen, Arbeitsplatten und entsprechender Spanne ein Volumen in ähnlicher Größenordnung. Blick nach vorne Für das laufende Jahr werden, wie bereits erwähnt, die sinkenden Bau-Bewilligungen erstmals schlagend, somit wird es nur mehr rund 59.000 Küchen im Neubau geben. Zwar gehe der BRANCHENRADAR-Chef davon aus, dass „das Austauschgeschäft wächst, jedoch federt das diese Rückgänge bei weitem nicht ab.“ Den Prognosen zufolge sollte heuer der Bestandküchenmarkt (von 106.000 im Vorjahr) auf 110.000 Stück ansteigen. (Zum Vergleich: Im Rekordjahr 2021 wurden ca. 150.000 Küchen ausgetauscht). In Summe sinke jedoch die absolute Anzahl an Küchen um ca. 3.000 Stück im Vergleich zum Vorjahr. 2025 sei mit einem nochmaligen Rückgang zu rechnen, das Bau-Paket der Regierung werde bei Küchenmöbeln frühestens 2026 Wirkung zeigen. Bis dahin gelte es also, selbst Initiativen zu setzen, klug über die eigenen Grenzen zu blicken und neue Wege – auch segment- und branchenübergreifend – zu beschreiten. www.branchenradar.com Der Markt für Küchen ist im Vorjahr um10 % zurückgegangen – das Bestands- küchen-Geschäft sogar um unglaubliche 25 % eingebrochen – Gründe dafür gibt es mehrere. „Der Markt mit Geschirr, Porzellan und Keramik ist ein millionenschwerer.

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